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Klappentext
Frühmittelalter trifft Neuzeit. Eine mystische Verbindung zwischen einem Teenager auf einem Segeltörn und ihrem Pendant aus der Zeit der Erbfolge Karls des Großen, ein wegen seiner Homosexualität von Selbstzweifeln geplagter bergischer Unternehmer in den Nachkriegsjahren während der britischen Besatzung, ein vom Löwen aufgefressener Chef eines Reisebüros und ein alternder Kriminalkommissar in Nöten, ein Besuch auf einer Farm in Afrika...
Diese Galerie der Merkwürdigkeiten purzelt durch den episodisch erzählten Roman und versucht eine Aufklärung denkwürdiger Ereignisse.

Musik-Links (Klick auf die Titel und du verzweigst nach Youtube)
Schnelle Übersicht
Episode #Titel
02-1 31
Casablanca - La Marseillaise Auszug aus Episode 02-1 (31):

Während er die wenigen Papiere in der Mappe durchblätterte, fuhr er fort: „Wissen Sie, aus welchem Film dieser Spruch stammt? Vermutlich nicht, denn es ist kaum anzunehmen, dass er von Ihren Nazis im Reich zugelassen worden ist. Der arrogante Satz aus diesem Film stammt von einem anmaßenden deutschen Offizier, der sich anschickt, den Besitzer einer Kneipe in Casablanca mit seinem weltmännischen Auftreten zu beeindrucken. Die Filmemacher haben aber 1942 schon gewusst, wie es mit dem Großdeutschen Reich enden wird und ließen die anwesenden Gäste prompt die Marseillaise anstimmen. Funny scene, isn´t it?“
02-2 30
Lale Andersen - Lili Marleen 1938 Auszug aus Episode 02-2 (30):

Während der Rückfahrt entlang der Agger grübelte er über das Gespräch mit dem Briten. Er konnte dessen Argumente durchaus nachvollziehen. Von diesem Film „Casablanca“, den Bloomberg erwähnte, hatte er schon einmal gehört. Aber gesehen natürlich nicht. Die Nazi-Propaganda hatte solche amerikanischen Machwerke, die nur dazu dienten, das Volk zu beunruhigen, erst gar nicht zugelassen. Ebenso waren so unglaublich populäre Lieder wie „Lili Larlen“...
02-3 53
Der Große Diktator - Charly Chaplin Auszug aus Episode 02-3 (53):

...oder dieser Film des Komikers Charly Chaplin, „Der große Diktator“ von Propaganda-Minister Göbbels verboten und erst nach dem Krieg durch die Besatzungsmächte im untergegangenen Reich bekannt geworden.
03-1 11
Tony Allen - Secret Agent Auszug aus Episode 03-1 (11):

Hanna legte sich ins Zeug, lernte leicht, ohne pauken zu müssen, wurde zum Mathe-Ass und sprach ziemlich perfektes Schul-Englisch und -Französisch. Wie besessen übte sie Gitarre und Schlagzeug spielen, ihre Vorbilder fand sie im Afrobeat mit Schlagwerker Tony Allen,
03-2 12
Bombino - Tar Hani Auszug aus Episode 03-2 (12):

...Wüsten-Bluesern wie Bombino oder Tinariwen und Welt-Jazzern wie Joe Zawinul...
03-3 13
Tinariwen - Sastanàqqàm Auszug aus Episode 03-3 (13):

Die Mädchen und Jungs der Schule hätten Hanna gerne in ihrer Schulband gesehen, aber es fanden sich keine Gemeinsamkeiten. Sie joggte lieber allein mit dem Schrittrhythmus...
03-4 14
Joe Zawinul - Orient Express Auszug aus Episode 03-4 (14):

...der Mucke aus ihren Kopfhörern um die Dörfer und Höhen ihrer Heimat und sollte dabei noch einige spannende Begegnungen und denkwürdige Erlebnisse haben.
05-1 32
Hazy Osterwald-Sextett - Konjunktur-Cha-Cha Auszug aus Episode 05-1 (32):

Der große Konny Adenauer und der kleine Unternehmer wurden Freunde und Wilhelm durfte sogar einige Male in Adenauers Villa in Cadenabbia ein paar Urlaubstage mit Frau und Sohn am Comer See verbringen und unter schattigen Platanen Boccia-Kugeln werfen. Die Bekanntschaft mit einem – immerhin – Bundeskanzler beflügelte den Aufstieg des inzwischen nach WILhelm MERkens in „WILMERS Modellbau-Manufaktur“ umbenannten Betriebs weiter und bald war der Markenname „Wilmers“ unübersehbar mit Modellbau in jeder Form verbunden.
06-1 33
Carmen - Habanera Auszug aus Episode 06-1 (33):

Als musikalische Begleitung hatte sie sich für den Anfang dem Wetter angepasst, die „Habanera“ aus Georges Bizets Carmen ausgesucht. Damit konnte sie langsam aus dem Dorf hinaus und unterhalb der Ley am westlichen Ufer der Agger vorbei traben. Da gab es Schatten und sie konnte langsam schneller werden. Sie stand aktuell auf starke Frauenstimmen.
06-2 34
Orange Blossom - Haabibi Auszug aus Episode 06-2 (34):

Für den Berg hoch wählte sie die Wilhelmshöhe als anspruchsvollen Anstieg mit den zwei Dutzend Treppenstufen am oberen Ende. Ihr Plan: Über Weeg bis ins Naafbachtal, Ingersauel und durch den schmalen Pfad die zweite Bergetappe über Kuckenbach, Saal, Höffen als höchstem Punkt und über Schümerich zurück ins Dorf.
06-3 35
Amazulu - Cairo Auszug aus Episode 06-3 (35):

Rund zwölf Kilometer in einer guten Stunde ist für diese Witterung ausreichendes Lauftraining. Aber Opa Ühm sagte immer: „Pläne sind was für Weicheier und du musst den Ausgang offenlassen.“
08-1 5
Chuck Berry - Johnny B. Goode Auszug aus Episode 08-1 (5):

Während die Mädels und Jungs aus seiner Abiturklasse in Petticoat und Röhrenhosen sich zu Rock&Roll von Chuck Berry und Elvis Presley die Beine verknoteten und die ersten heterogenen Beziehungen ausprobierten, saß er in seiner von den Eltern immer noch als Kinderzimmer bezeichneten Bastelbude und verschaffte sich Erfolgserlebnisse an Leiterplatten und Schaltkreisen mit Lötkolben und Schraubendreher, der damals noch Schraubenzieher genannt wurde.
08-2 6
Link Wray – Rumble Auszug aus Episode 08-2 (6):

Musikalisch war er eher an avantgardistischen Tendenzen in der Musik interessiert und drehte so lange an den Knöpfen des Radios, bis er meist ausländische Stationen auf Kurzwelle gefunden hatte, die wegbereitende Musik wie die von Link Wray oder John Coltrane spielten.
08-3 7
John Coltrane - Blue Train Auszug aus Episode 08-3 (7):

Das Faszinosum Jazz blieb ihm Zeit seines Lebens in Ohr, Kopf und Bauch hängen.
10-1 15
Anoushka Shankar - Voice of the moon Auszug aus Episode 10-1 (15):

Sie musste an ein Konzert mit Anoushka Shankar denken, das sie vor einigen Jahren in der Kölner Philharmonie gehört hatte. Seitdem sie die Tochter des berühmten Ravi Shankar erlebt hatte, war sie von der indischen Musik und diesem Instrument fasziniert und hörte sich immer mal wieder diese langsam anschwellenden, stimmungsvollen Ragas an.
12-1 16
Oum - Taragalte Auszug aus Episode 12-1 (16):

Nach den Turbulenzen, die seinerzeit den Ort in eine ziemliche Unruhe versetzt hatten, heirateten die beiden Frauen und lernten auf einer ihrer Reisen zu einem von der Musikerin Oum organisiertes Musik-Festival in Marokko Harold und Nancy Merham kennen, ein liebenswürdiges älteres Ehepaar, das eine Safari-Lodge in Kenia führte.
16-1 25
Holy Lion - Reggae Sukari Auszug aus Episode 16-1 (25):

Der dunkelbraune Bursche, der durch die Doppeltür auf die Rezeption zuschlurfte, als gehörte ihm das Hotel, passte zu dem lauten Swahili-Reggae, der aus dem riesigen Toyota Pick-Up dröhnte, dessen Fahrertür er offengelassen hatte.
16-2 26
Tiken Jah Fakoly - Le Pays Va Mal Auszug aus Episode 16-2 (26):

Kurz vor der Theke, hinter der eine blutjunge Angestellte in Uniform große Augen machte und die Luft anhielt, drehte er ab, schob seine Sonnenbrille auf die Stirn und wackelte tänzelnd auf seine beiden Fahrgäste zu, die er in einer Ecke in bequemen Lounge-Sesseln sitzend wahrgenommen hatte.
16-3 27
Alpha Blondy - Jerusalem Live Zenith Paris 2009 Auszug aus Episode 16-3 (27):

Der Swing der Musik blieb der gleiche, der Reggae wechselte lediglich von der afrikanischen Ost- zur Westküste.
16-4 28
Ismaël Isaac - Samalah Auszug aus Episode 16-4 (28):

Die Strecke führte zuerst durch die ausladende Vorstadt der Metropole, die Gebäude wurden niedriger und dann zu Hütten und Verschlägen, bis sie eine wenig interessante Ebene erreichten. Immerhin war die teilweise vierspurige Schnellstraße asphaltiert und sie kamen gut vorwärts. Patrick erklärte, dass es „oben am See“ grüner und sehr viel hügeliger werden würde und Ingrid bemerkte, dass sie so langsam die Höhe spüren würde.
16-5 78
Akashinga - The Brave Ones Auszug aus Episode 16-5 (78):

Bevor Frank den Mund wieder zuklappen konnte, sagte Kiki: „Ich habe noch was für euch, was außerhalb von Afrika kaum bekannt sein dürfte. Schaut mal.“ Sie blätterte eine der letzten Seiten der Mappe auf. Zu sehen ein beeindruckendes Portait-Foto einer afrikanischen Frau in einfachen, braunen Gewändern. Der Titel: „Akashinga – The Brave Ones“ und darunter der Text: „The Akashinga Rangers is an all-female anti-poaching group in Zimbabwe. International Anti-Poaching Foundation“. Kiki berichtet: „Diese Gruppierung ist ausschließlich weiblich besetzt, fast schon eine Armee aus Frauen, die selbst durch Gewalt in der Ehe, durch Sklaverei und Ausbeutung an den Rand der Gesellschaft gedrängt worden sind und sich jetzt gegen Wilderei und sinnlose Tiertötungen in jeder Form einsetzen, um deren Ausrottung zu verhindern. Die Mädels reisen durch die Savannen und versuchen es in den Dörfern gewaltfrei mit Aufklärung. Wir unterstützen die Frauen von hier aus soweit wir können und Christina ist das einzige weiße Mitglied der Gruppe und trifft sich mit den Frauen in diesen Tagen in Simbabwe.“
18-1 17
Baka Women - Water Drums Auszug aus Episode 18-1 (17):

Als sie erwachte, war das unregelmäßige Glucksen um sie herum durch ein ziemlich lautes und rhythmisches Platschen und Klatschen ersetzt worden.
18-2 18
Orchéstre Baka Gbiné - Mabita Bella Auszug aus Episode 18-2 (18):

Etwas orientierungslos stolperte sie aus ihrer Koje in die Kabine. Tom hatte die Musikanlage der Yacht in Betrieb gesetzt und aus den Boxen klangen ungewöhnliche Klänge.
18-3 19
Orchestre Baka Gbiné - Kopolo Auszug aus Episode 18-3 (19):

Er stand am Herd vor einem dampfenden Kaffeepott und wackelte mit seinem dürren Hintern.
18-4 20
Baka Traditional Music - Another Liquindi Auszug aus Episode 18-4 (20):

„Das treibt einen ja zum Klo. Was ist das denn?“ wollte Hanna wissen. „Wassermusik aus Kamerun. Das sind Frauen, die im Fluss sitzen und Musik machen.“
18-5 21
Orchestre Baka Gbiné - Nawa Auszug aus Episode 18-5 (21):

Hanna sollte noch feststellen, dass Tom über ein schier unerschöpfliches Reservoir ziemlich merkwürdiger, aber nichtsdestoweniger spannender Musikalien auf seinen digitalen Medien verfügte.
20-1 22
Radio Tarifa - Rumba Argelina Auszug aus Episode 20-1 (22):

„Schon vergessen?“, meinte Tom. „Ich bin der Skipper und der Skipper weiß alles. Und außerdem habe ich die Daten von deinem Perso ins Logbuch eingetragen. Das ist Vorschrift in der Christlichen Seefahrt. Und jetzt aber kein Überschwang. Heb dir das für später auf. Frühstück und in einer Stunde geht´s los. Etappe zwei.“ Er fummelte kurz an der Musik-Anlage und zauberte Rumba Argelina aus der Retorte. „Radio Tarifa. Ist dreißig Jahre alt, aber genau die Stimmung von da, wo wir hinwollen.“
20-2 23
Mercedes Peon - Deixxas Auszug aus Episode 20-2 (23):

Als zwei Stunden später die Sonne aufging, stieg er die Treppe zum Salon hinunter und schaltete die Musik-Anlage ein. Die galizische Folksängerin Mercedes Peon hatte schon in allen weltmusikalischen Töpfen gerührt, als sie vor einigen Jahren ein Album mit heftigen Industrial-Elementen aufnahm. Bei Liveauftritten nahmen sich die Musiker regelmäßig die Bühnenaufbauten und Gerüste als Schlaginstrumente vor. Genau das richtige Geräusch aus Hämmern, Sägen und Schleifhexen, um bei voller Lautstärke Geschwindigkeit in seine Leichtmatrosin zu kriegen.
20-3 24
Mercedes Peon - Isue Auszug aus Episode 20-3 (24):

„Deixaas“ hieß das uralte galicische Volkslied, das Hanna erbarmungslos aus ihren Träumen in die Wirklichkeit der Biskaya reißen sollte und tatsächlich verging keine halbe Minute und Hanna stand im Nachthemd und mit wirren Haaren hellwach im Rahmen.
20-4 36
Alpha Blondy - Peace in Liberia Auszug aus Episode 20-4 (36):

„Ich habe eine Musik für dich“, sagte Tom nach einer Weile, in der jeder seinen Gedanken nachhing. Er suchte auf seiner Musikanlage einen Titel und spielte ihn ab. „Das ist Alpha Blondy – Reggaestar und Rebell auf seine Art. In der Elfenbeinküste sowas wie ein Nationalheiligtum. Vor über zehn Jahren ist er mit diesem Song `Free Liberia` auf Tour gewesen und hat im Intro die Krisenherde der Welt aufgezählt und angeprangert. Keiner der genannten Kriege ist beendet worden. In zehn Jahren nicht und neue sind hinzugekommen. Wie zum Beispiel die Ukraine. Es hört nicht auf.“
21-1 8
Guns N`Roses – You Could Be Mine Auszug aus Episode 21-1 (8):

Daheim war Musik ein Beiwerk, eine Nebensächlichkeit. Das Radio dudelte zwar den ganzen Tag, aber seine Eltern hatten kaum jemals bewusst eine Platte aufgelegt oder den CD-Player in Betrieb gebracht. Und so hatte auch Werner keinen Zugang zur Musik gefunden.
21-2 9
R.E.M. - Shiny Happy People Auszug aus Episode 21-2 (9):

Wenn mal aus dem Zimmer seiner Zwillingsschwester Rita zu laute Musik dröhnte, bezeichnete Papa das Zeug von Guns N' Roses oder R.E.M. als Körperverletzung, was letztere doch gewiss nicht waren.
21-3 10
Woody Allen - Manhattan Murder Mystery (Trailer) Auszug aus Episode 21-3 (10):

Sie hatte die Filme mit Woody Allen mehrfach im Kino gesehen und wenn sie sich sonntags, von ihren Mitschülerinnen abschätzend bekichert, zum Kino in die Landeshauptstadt aufmachte, sah sie aus wie Dianes kleine Schwester.
23-1 1
Manu-Chao - Ma Llamas Calle Auszug aus Episode 23-1 (1):

Als Tom die Musik einschaltete, begann Hanna bei einem von Toms Lieblingsmusikern umgehend mit ihrem Morgentanz. Manu Chao´s rührende und respektvolle Hymne an die Straßenmädchen.
23-2 2
Manu-Chao - Live at Baionera Auszug aus Episode 23-2 (2):

...danach ein Livemitschnitt eines seiner größten Konzerte in Bayonne mit dem hinreißenden Madjid Fahem an seiner uralten Klampfe. Hanna rockte das Vorschiff, während Tom die Segel um sie herum mit der Hydraulik ausfuhr und auf Kurs Süd brachte.
23-3 3
Fela Kuti - Shakara Auszug aus Episode 23-3 (3):

Sie stöberte durch Toms reichhaltiges Musik-Reservoir und entschied sich für Fela Kuti´s Shakara. Tom würde das als nicht altersgerecht verurteilen.
23-4 4
Fela Kuti - Yellow Fever Auszug aus Episode 23-4 (4):

Als sie gegen neun zum Schiff zurückkehrte, war Tom noch nicht aufgetaucht und sie machte sich einen Kaffee, duschte und verzog sich mit einem Buch in die Kabine. Sie hatte den gestrigen Abend hauptsächlich bei lautem Gitarren-Flamenco zugebracht und brauchte unbedingt andere Mucke.
23-5 29
Cadiz - Street Musik Auszug aus Episode 23-5 (29):

An etlichen Straßenecken und Plätzen traf sie auf Musiker, die einzeln oder in Gruppen „für den Hut“ spielten und ihr den ersten Impuls, zum Schiff zu laufen und ihre Gitarre zu holen, aus dem Kopf trieben. Das war dann doch noch eine Klasse zu hoch für sie und sie lauschte stattdessen einfach nur gespannt, was diese Musiker dort trieben.
26-1 37
Seera - Al Fanaa Auszug aus Episode 26-1 (37):

Sie zog ihre Laufklamotten an, stülpte den Kopfhörer über und machte sich einmal rund um den Michelsberg über Kaldauen, Stallberg zu ihrer Wohnung am Brückberg auf.
26-2 38
Seera - Shams Auszug aus Episode 26-2 (38):

Hanna mit ihrem guten Gespür für starke Frauenmusik hatte ihr ein paar nette Musiktipps zum Joggen geschickt.
28-1 39
Klaus Nomi - Lightning Strikes Auszug aus Episode 28-1 (39):

Tom hatte ihr eine kleine Sammlung von Musiktiteln auf einem USB-Stick mit auf die Reise gegeben, als sie sich verabschiedeten. Sie hatte sich die Ohrhörer eingestöpselt und gewann gerade Gefallen an Klaus Nomi, einem Countertenor, der eine teilweise irrwitzige Mischung aus New Wave, Pop und Oper zu einem avantgardistischen Streifzug durch das Manhattan der achtziger Jahre verknotete.
28-2 40
Klaus Nomi - Total Eclipse Auszug aus Episode 28-2 (40):

Typisch Tom, dass er queere Künstler spannender fand als den Mainstream, dachte Hanna, während sie ein wenig bekümmert aus dem Fenster auf die vorbeirasende Landschaft blickte. Sie würde ihren klugen Reisebegleiter vermissen und bisweilen rauschte der Gedanke durch ihren Kopf, ob sie sich seinen Plänen, den Atlantik zu überqueren und in die Karibik zu segeln, nicht einfach anschließen sollte.
28-3 41
Light in Babylon - Hinech Yafa Auszug aus Episode 28-3 (41):

„Klingt spannend“, meinte Silvina und deutete mit dem Kinn auf Hannas großen Over-Ear-Kopfhörer, den sie um den Hals hängen hatte. „Was hörst du denn für Jungmädchenträume?“
28-4 42
Aziz Sahmaoui University of Gnawa - Zawiya Auszug aus Episode 28-4 (42):

Hanna reichte ihr das Gerät, schaltete ihr Handy ein und ließ die Musik da weiterlaufen, wo sie es beim Betreten des Hotels angehalten hatte. Nachdem Silvina eine Minute reingehört hatte, meinte sie mit einem anerkennenden Lächeln: „Und sowas hören deutsche Teenager? Respekt. Woher hast du das?“
30-1 62
Buena Vista Social Club - CD1 Auszug aus Episode 30-1 (62):

War es die Nachtigall oder die Lerche, das Huhn oder das Ei oder der schwüle, leicht schwingende Habanero aus den Lautsprechern – was immer es gewesen sein mochte – jedenfalls war da nichts und niemand, der den startenden Düsenjet noch würde aufhalten können. Werner fühlte das feste und doch so weiche Fleisch, so ganz anders, glatter und angenehmer als der Hintern von Fräulein Meltzer, der eher an den ledrigen Bezug der abgewetzten Klavierbank erinnerte.
31-1 48
Huntza - Aldapan Gora Auszug aus Episode 31-1 (48):

Und sie stellte fest, dass Iberia auch musikalisch eine Menge zu bieten hatte. Folk, Rock, Pop mischte sich lustig unter die traditionelle Musik, wie das in Köln, Dublin und Paris nicht anders ist.
31-2 49
Huntza - HAIZEAK Auszug aus Episode 31-2 (49):

Irgendwann packte einer der Gäste einen Quetschbüggel, hier Trikitixa genannt, ein anderer eine Klampfe aus und brachte das einheimische Publikum in Stimmung.
31-3 50
Bongo Botrako - Caminante Auszug aus Episode 31-3 (50):

Hanna konnte da nicht mithalten, denn diese Sprache ist wirklich nichts für die germanische Zunge. Aber sie ließ sich ein paar Griffe zeigen und der Gitarrenmann war erstaunt, wie schnell sie das draufhatte. Reisen bildet eben. Wenn man keine Berührungsängste hat.
31-4 51
IZARO - La Felicidad Auszug aus Episode 31-4 (51):

Irgendwann warf der Wirt die Bande raus und Hanna hing noch eine Weile auf den Steinmauern um eine der kleinen Palmeninseln auf der Plaza Nuevo mit einer kleinen Traube von Gästen ab, bis ihr einer der Typen ein wenig zu sehr auf die Pelle rücken wollte.
31-5 52
Richard Serra at the Guggenheim Bilbao Auszug aus Episode 31-5 (52):

In den Erläuterungen fand sie unter anderem den Hinweis zu einer der sieben Installationen, der „Snake“: fünf Zentimeter dicker, wetterfester Stahl, zweiunddreißig Meter lang, knapp sieben Meter hoch, tausend Tonnen schwer und zwanzig Millionen Euro teuer.
31-6 54
Rasgueado the main force Auszug aus Episode 31-6 (54):

„Du wirst dich entscheiden müssen, ob du Flamenco wirklich lernen willst. Dann musst du dich mit dem ‘Rasgueado‘ beschäftigen. Das sind die Grundlagen. Dafür wirst du Monate oder Jahre brauchen und ist nichts für ein paar Einstiegsstunden. Aber ich kann dir ein paar Tricks zeigen, mit denen du Zuhörer beeindrucken kannst. Das klappt auch mit so einer normalen Konzertgitarre, die du da mitgebracht hast. Du siehst, dass diese Flamencogitarre kürzere Strings hat, die viel dichter über dem Griffbrett liegen als normal. Und der Körper ist kleiner. Dadurch kriegt sie den typischen, perkussiven Klang. Die Töne verschwinden schnell und wollen immer wieder durch neue ersetzt werden.“
33-1 43
Thelonious Monk - Blue Monk Auszug aus Episode 33-1 (43):

Der Barmann kannte ihn und ließ ihn gewähren. Thelonious Monk war Werners Favorit und er klimperte an manchen späten Abenden einfach ein paar Improvisationen aus Blue Monk und anderen bekannten Stücken, ohne den Anspruch zu haben, das wirklich zu beherrschen.
33-2 44
Thelonious Monk - I Mean You Auszug aus Episode 33-2 (44):

An einem dieser Abende, er hatte sich gerade an „I Mean You“ versucht und wollte Schluss machen, spürte er eine Hand auf seiner rechten Schulter und eine Stimme über ihm sagte leise und eindringlich: „Spiel es noch einmal, Sam. Spiel unser Lied.“
33-3 45
Play it, Sam Auszug aus Episode 33-3 (45):

Wie elektrisiert, wagte er nicht, sich umzudrehen, sortierte seine Finger und seine Erinnerungen und begann zu spielen. Nach den ersten Akkorden begann die Stimme über ihm zu singen. Laut, textsicher und wunderschön rau, fast verrucht:
33-4 46
Marseillaise Auszug aus Episode 33-4 (46):

„Komm“, sagte sie entschieden, löste sich von Werner und drehte den Schemel wieder Richtung Klavier. „Hör auf zu heulen und spiel die Marseillaise. Wie in Casablanca. Los Los. Wie damals.“ Werner spielte zwei Takte vor. An dem lauten Thekentisch saßen offenbar Franzosen, denn sie fielen sofort laut mit ein, sodass Alex´ Stimme fast unterging.
33-5 47
Cheikh Lô Concert Live en France Auszug aus Episode 33-5 (47):

Alex stand auf und ging zur Regalwand, drückte ein paar Knöpfe und regelte die Musik auf nichtstörende Zimmerlautstärke. „Nette Mucke“, meinte Werner. „Klingt afrikanisch, oder?“ „Cheikh Lô. Habe ich aus Paris mitgebracht. Da hört man sowas.“ Er nickte anerkennend. „Guter Geschmack, mein Mädchen.“
38-1 55
Sona Jobarteh&Band - Kora Music from West Africa Auszug aus Episode 38-1 (55):

Es lagen sechs Tage bis La Palma auf den Kanaren, sieben weitere bis Mindelo auf der kapverdischen Insel Sâo Vicente und dann der große Zwanzig-Tage-Hüpfer nach Saint Lucia in der Karibik vor ihnen. Am Mittwoch saßen die beiden noch eine Weile draußen in der Pflicht. Auf der Musik-Anlage lief ein Konzert. Tom hatte sich einen Joint gerollt. „Da spielt Sona Jobarteh die Kora. Bis ungefähr Gambia fahren wir an Afrika vorbei. Na, meene Klee-ne. Biste bereit?“, sagte er. „Eieiei, Sir!“, nahm Hanna ihren Spruch vom ersten Törn wieder in ihr Repertoire auf. Sie setzte sich dicht neben Tom und lehnte den Kopf an seine Schulter. „Und ich freu mich drauf.“
43-1 56
Cheikha Rimitti - Nouar Auszug aus Episode 43-1 (56):

Zu ihren Mahlzeiten kramte Tom Musik aus seinem breiten Repertoire auf diversen USB-Sticks heraus. „Wir fahren jetzt an Afrika vorbei. Marokko, Westsahara, Mauretanien, Senegal, Gambia, dahinter Algerien und Mali. Das ist alles voll mit Geschichten und voller Musik. Das eine Stück ist von einer Platte von Cheikha Rimitti. Sie ist eine uralte Legende in Algerien und Marokko. Schon zwanzig Jahre tot. Das reichlich rebellische Mädel hat sich im Algerienkrieg heftig eingemischt, wenn ich richtig informiert bin und sie hat sich in Kneipen und Spelunken über Auftrittsverbote hinweggesetzt. Der Musikstil ist Rai, was eigentlich nur von Männern gesungen wird.“
43-2 57
Rachid Taha - Ya Rayeh Auszug aus Episode 43-2 (57):

Rahid Taha. So jung war der nicht und im Übrigen schon seit einigen Jahren tot. Algerier aus Frankreich. War ein ziemlich Großer im Genre Algerischer Rai und Chaabi und mischte hemmungslos Punk und Rock und Techno in seine Platten. Ich fand den immer schon toll.
43-3 58
Rachid Taha - Je suis Africain Auszug aus Episode 43-3 (58):

Rahid Taha. So jung war der nicht und im Übrigen schon seit einigen Jahren tot. Algerier aus Frankreich. War ein ziemlich Großer im Genre Algerischer Rai und Chaabi und mischte hemmungslos Punk und Rock und Techno in seine Platten. Ich fand den immer schon toll.
43-4 59
Hindi Zahra - Neautiful Tango Auszug aus Episode 43-4 (59):

Das letzte ist Hindi Zahra, eine Marokkanerin. Marschiert durch sämtliche westliche und afrikanischen Stile. Klingt ziemlich minimalistisch und wie beiläufig, nicht wahr? Sie singt hauptsächlich in Englisch und Tamazight. Das ist die Sprache der Berber, wovon es Dutzende von Dialekten im gesamten Nordafrikanischen Raum gibt.
43-5 60
Orchestre National de Barbès - Sidi Yahia Auszug aus Episode 43-5 (60):

Als Hanna von dem Konzert mit Aziz Sahmaoui in Paris erzählte, sagte Tom: „Ja, den Typen kenne ich. Der war vor zwanzig, dreißig Jahren Mitglied einer der unglaublichsten Bands aus Paris, dem Orchestre National de Barbès. Eine fulminante Mischung aus Reggae, Rock, Jazz, Rai, viel Gnawa. Die Musiker kamen allesamt aus dem Stadtteil Barbès. In dem sich halb Afrika versammelt hat. Geile Mucke. Ah – übrigens. Der Sänger im dem Video, der mit der schwarzen Brille und dem Turban – der war mal in deinem Nest Wahlscheid bei einer Gnawa-Band dabei. Ein Wohnzimmer-Konzert, zu dem ich von so einem Musik-Freak eingeladen war. Namen hab´ ich vergessen.“
43-6 61
Orchestre National de Barbès - Concert Auszug aus Episode 43-6 (61):

„Sag mal“, fragte Hanna nach dem ersten Drink. „Du hast eben erwähnt, dass du mal in Wahlscheid warst. Wie bist du denn dahin gekommen?“ – „Das war reiner Zufall. Ich habe in einer Kölner Kneipe Leute aus euerm Dorf getroffen. So ein Musik-Freak und sein Mädel. Ich habe damals in Köln gewohnt und da übrigens auch Freddy kennengelernt. Die Leute haben mich dann zu einer Fete eingeladen und ich bin hingefahren. Die hatten eine Gnawa-Band aus Köln am Start und da war dieser Typ aus Barbès dabei. Alles etliche Jahre her.“
43-7 63
Papa Wemba - 10ème Commandement Auszug aus Episode 43-7 (63):

Hanna saß zunächst etwas perplex in der Pflicht* und sah sich um. Ihr Handy hatte sie bereits auf den neuen Standort eingestellt und auf Google-Maps ihren Standort gefunden. Der Liegeplatz wäre ziemlich ideal, weil die Altstadt keinen Kilometer Fußweg entfernt lag und einfach über die lange Pier des Sporthafens erreichbar war. Sie schaute sich das Schiff an. Es gab einiges zu tun und die richtige Putzmucke hatte sie mit dem „rumba congolaise“ und Papa Wemba auch gefunden.
43-8 64
Papa Wemba - Yolele Auszug aus Episode 43-8 (64):

Es gab einiges zu tun und die richtige Putzmucke hatte sie mit dem „rumba congolaise“ und Papa Wemba auch gefunden. Als rund eine Stunde später Tom ziemlich angeschickert und gut gelaunt wieder auftauchte, meinte der „Wow!“, denn Hanna war nicht untätig gewesen. Der Salon unten war geputzt, das Geschirr an Ort und Stelle, der Kartentisch aufgeräumt, oben an Bord war die Sprayhood gesäubert, das Deck geschruppt, die Segel sehr fachgerecht aufgerollt, alle Leinen am richtigen Platz und seemännisch in Buchten aufgeschossen. Sogar eine Vorspring hatte sie gelegt, um dem Buganker zu helfen.
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Pepe Kalle - Pomoun pak bouger Auszug aus Episode 43-9 (65):

Als Hanna eine Stunde später zurückkehrte, hatte sie einen Beutel Eingekauftes dabei. Sie schaltete die Musikanlage ein und drehte kräftig auf, um Tom aus den Federn zu holen. „Rat mal, was mir passiert ist“, rief sie gut gelaunt. Tom steckte den Kopf durch seine Kajütentür und fragte: „Hast du wieder ein Rudel stadtbekannter Raufbolde vermöbelt? Wie in Sevilla?“ „Quatsch. Schau her. Ich habe eine deutsche Bäckerei gefunden. Die haben Blatz und Schwarzbrot und Roggenbrot.“ Sie holte die Brote aus der Plastiktüte und schnitt sich eine dicke Scheibe vom Blatz ab. Ebenfalls aus der Tüte zauberte sie ein Glas Nutella und schmierte sich eine zentimeterdicke Schicht der übersüßten Kakaopampe auf das Brot. Sie saß am Tisch und kaute genüsslich und mit schokoladenverschmiertem Mund überglücklich auf der Diabetes-Scheibe.
45-1 66
Tchoras Mc - Busca Nha Life Auszug aus Episode 45-1 (66):

Die beiden hatten sich darauf verständigt, dass auf ihren Handys ein GPS-Tracker installiert ist, um sich im Notfall gegenseitig helfen zu können, wenn sie sich irgendwo trennten. So konnte Tom auf dem Handy verfolgen, wie sich sein buntes Vögelchen gegen den Uhrzeiger einmal rund um die mit immerhin achtzigtausend Einwohner zweitgrößte Stadt der Kapverden bewegte. Aus den kleinen Boxen dröhnte der übliche Touristen-Reggae und nur selten kam ein wenig Qualität heraus. Als Tom gerade das sechste Bier bestellte, tauchte Hanna fröhlich und verschwitzt neben ihm auf. Sie hatte sich schon eine Kola an der Bar geholt und ließ sich auf einem der blauen Strela-Plastikstühle fallen
45-2 67
Reggae Cabo Verde - E Di Deus Auszug aus Episode 45-2 (67):

„Nettes Städtchen. In den Außenbezirken wird überall gebaut. Viel Platz zwischen den Häusern und breite Straßen. Hatte ich mir anders vorgestellt. Aber wirklich schön und sauber. Gut hier. Und du? Alles fein? Das wievielte Bier ist das?“ „Das zweite“, log Tom und wusste, dass sie es wusste. „Es ist noch nicht ganz Essenszeit. Die essen hier gegen neun. Sollen wir ne Runde duschen und uns dann – wie sagst du immer – landfein machen. Wir könnten hier einen Tisch bestellen. Laut Tripadvisor ist das einer der besseren Läden in der Stadt und eh wir stundenlang suchen…“
45-3 68
Mayra Andrade - Manga Auszug aus Episode 45-3 (68):

„Eieiei, Sir! Ich bin scharf auf Fritten und ich brauch dringend mal ein Stück Fleisch und frisches Obst und das alles haben die hier. Wir können ja später in einer der kleinen Bars in der Altstadt mal in das musikalische Mindelo eintauchen. Falls du dann noch laufen kannst,“ schob Hanna hinterher und deutete mit dem Kinn in Richtung Bierglas. „Kümmere dich um dein Mädchengetränk. Du bist nicht meine Mama.“
45-4 69
Cesaria Evora - Sodade Auszug aus Episode 45-4 (69):

Gegen Abend wurde es richtig busy im Restaurant und sie waren froh um die Tischbestellung. Auch der Strom der Autos auf der Uferstraße rund um die von der Abendsonne beschienen Bucht riss den gesamten Abend über kaum ab. Hinsichtlich ihrer Wünsche nach Live-Musik wurden die beiden allerdings enttäuscht, denn diese Events finden nur eher selten an Sonntagen statt. Die Kneipen locken dann eher mit sehnsuchtsvollen Mornas oder viel zu lautem Reggae aus kaputten Boxen. Immerhin fand Hanna Gefallen an der Stimme von Mayra Andrade, deren Namen sie dem Typen hinter der Bar entlockt hatte. Die jüngere Generation trat in die großen Fußstapfen von Cesária Évora, der großen alten Dame der kapverdischen Musik.
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Bertha Mae Lightning - No Man Alive Can Handle Me Auszug aus Episode 49-1 (73):

Es blieb die Feststellung, dass man zwar ein paar neue Namen auf der Liste hatte, im Grunde aber keinen wesentlichen Schritt weitergekommen war. Wie seit Wochen. Hatte sie sich in etwas festgebissen, fragte sie sich, als Bettina am späten Nachmittag ihre Joggingrund rund um den Michelsberg aufnahm. Hanna hatte ihr vor ein paar Tagen nette Mucke von unterwegs geschickt. Bei dem Song musste sie an ihren Onkel denken. Sie durfte sich von seinem Macho-Gehabe nicht beeindrucken lassen.
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Bertha Mae Lightning - Keep Your Distance, Sugar Auszug aus Episode 49-2 (74):

Auf der anderen Seite – sie hatte enorm viel von ihm gelernt und wusste, dass er sie auch nur stabil machen wollte für die Anforderungen, die vor ihr lagen, wenn sie irgendwann seinen Job übernehmen wollte. Immerhin hatte sie in den letzten Wochen den Clan dingfest gemacht, der Senioren mit Telefonanrufen übers Ohr haute und die seit Jahren unaufgeklärte Serie der Sprengungen der Geldautomaten aufgeklärt. Da hatte sie in dieser Lohmarer Kneipe „Flohberg“ ein Knallkopp angemacht, der genau denselben Hoody anhatte wie auf dem Video der Überwachungskamera der Bank. Bettina hat ihn kurzerhand mit den Handschellen, die sie stets bei sich trug, am Handlauf der Theke gefesselt und die Kollegen angerufen. Vernehmen durfte sie ihn nicht. Sie musste genauso ausnüchtern, wie der Festgenommene und obwohl es gerade den steilen Berg zur Abtei hochging, musste sie laut auflachen. Jedenfalls ließen ihre Chefs sie einigermaßen in Ruhe an ihren Lieblingsfällen arbeiten, solange sie die normalen Alltagsfälle nicht vernachlässigte und einige Erfolge vorweisen konnte.
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Miles Davis - Berlin 1971 Auszug aus Episode 50-1 (70):

Eine Stunde später ließ sich Alex in dem bequemen Lehnstuhl am Tisch zurückfallen und schob den Teller wie geleckt zurück. „Wow! Für einen alten Physik-Theoretiker nicht schlecht.“ Heri stand auf und werkelte an der Espressomaschine. „Espresso oder Cappuccino?“ Alex entschied sich für einen Doppelten und bekam ihn mit einem ebensolchen eichenfarbenen Grappa serviert. „Darf ich rauchen?“ – „Na klar. Und dreh einen Joint für uns. Ich bin sicher, dass du nicht ohne Material unterwegs bist.“ Aus der Musik-Anlage kam leise und schon seit sie den Raum betreten hatte, Musik von oder mit Miles Davis. Diverse Konzerte oder Studio-Aufnahmen, allesamt vom PC. „Du und Miles“, meinte Alex lächelnd dazu. Als die Tüte brannte, forderte er sie auf: „Nu mal los. It´s you turn.“
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Miles Davis - In a Silent Way Auszug aus Episode 50-2 (71):

„Nunja – ich kann nicht ausschließen, dass die Frau Ministerpräsidentin nicht einen Magenkrampf gekriegt hat, als sie geteert und gefedert über den Schlosshof lief und der Typ in Neumünster, den wir an einem Bein über dem Kükenschredder aufgehangen haben, fährt wieder munter mit seinem Trekker Gülle aus. Ich habe gehört, dass in der Szene über weitaus schlimmere Dinge erzählt werden. Vor Allem mit Leuten, die Tiertötungen und Jagdszenen in Afrika organisiert haben. Aber damit habe ich nix zu tun. Ehrlich.“
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Orisha - Orisha Dreams Auszug aus Episode 52-1 (79):

„Is ja en Ding“, wunderte sich Tom. Er war Realist, kein Mystiker und hatte bisher keine Berührung zu Dingen, die außerhalb einer direkten Wahrnehmbarkeit lagen. Er wunderte sich zwar manchmal selber über merkwürdige Dinge, die in seinen Träumen passierten, maß diesen aber keine besondere Bedeutung bei. Als er das Hanna bekannte, antwortete sie: „Du hast auch diese Begegnungen am Heubock nicht gehabt. Vielleicht wird man bei so einem Erlebnis demütiger gegenüber Geistern und Fantasien. Du erwähnst ja auch andauernd diese Orishas und zitierst Yemayá und Agwe, die Meergeister, wenn du dir Dinge nicht erklären kannst.“
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Gabriel Romero - La Subienda Auszug aus Episode 52-2 (80):

„In der Mythologie Apropos Orishas“, versuchte Tom, das Gespräch auf seine Spur zu bringen. „Da habe ich was für dich.“ Er ging in die Kajüte und nach kurzer Zeit hörte Hanna laute Musik auch in den Außenlautsprechern. „Aber wir werden sehen, wenn wir da sind. Ich gebe dir zwei Wochen. Dann fange ich an zu quengeln und will weiter Richtung Kuba.“
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Rodolfo y Su Tipica - Tabaco Y Ron Auszug aus Episode 52-3 (81):

„Vielleicht verliebst du dich ja in einen feschen Tankwart mit Rastalöckchen und willst gar nicht mehr weg.“ – „Schauma ma, dann Semma scho“, versuchte es Tom auf bayrisch.
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Harald Juhnke - Berliner Luft Auszug aus Episode 53-1 (75):

Bettina nahm den Hörer ihres Telefons ab und wählte zunächst die Berliner Nummer. Augenblicklich meldete sich Alexandras Handy mit Harald Juhnkes `Das ist die Berliner Luft-Luft-Luft`. „Soll das ein Witz sein?“ Bettina wollte gerade laut werden. „Wenn niemand im Office ist, stellt sich das automatisch auf mein Handy um“, entschuldigte sich Alex und ließ sich nicht anmerken, dass sie der guten Polizistin gerade die Hucke voll log.
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Der Gallische Hahn Auszug aus Episode 53-2 (76):

Bettina wählte die zweite Nummer in Frankreich mit der Null-Null-Dreiunddreißig vorneweg. Wieder verkündete Alex´ Handy einen Anruf. Diesmal mit vielfachen Fanfaren Gallischer Bresse-Hähne.
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Beatles - I Am The Walross Auszug aus Episode 53-3 (77):

„Die Firma wächst und die haben mir einen Fulltime-Job angeboten. Ich habe genügend Material gesammelt, dass ich ein Buch schreiben könnte. Vielleicht kann ich damit mehr bewegen als auf einem Hühnerhof die Scheiße-Silos umzuschmeißen.“ „Würdest du damit nicht deine Leute verraten?“ – „Das kommt drauf an, wie man es verpackt. Vielleicht lerne ich ja einen Comic-Zeichner kennen.“ Alex musste laut auflachen. „Stell dir vor“, kicherte sie. „Asterix bei den Tierschützern. Troubadix singt `I Am The Walross`, Merkel als Gutemine, Lindner als Verleihnix, Altmaier als Obelix und Lauterbach ist Miraculix.“ Alex konnte sich nicht einkriegen vor Lachen und Werner ließ sich anstecken und steuerte bei: „Und Masken-Spahn als Grautvornix“.


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